Nach einem kurzen und entspannten Flug von 3 Stunden, sind wir in der Tropenstadt Cairns gelandet. Beim Anflug sah man schon die ersten Teile grünen Regenwalds und jede Menge Palmen. Wir wurden von einem warmen Regen empfangen und glücklicherweise hatte unser gebuchtes Hostel einen Pickup-Service, so dass wir direkt abgeholt worden sind.
Unser Hostel, das „Travellers Oasis“ gilt als eines der schönsten an der Ostküste. Hier ist der Name Programm: Ein kleiner, feiner Pool, gemütliche Hängematten und gutes Wetter laden zum relaxen ein. Unser Deluxe Double Room ist zwar weniger deluxe als der Name vermuten lässt, aber mit einem Kühlschrank, Fernseher, DVD-Player, Klimaanlage und einem Balkon samt Hängematte auch nicht gerade schlecht ausgestattet. Das Hostel ist ganz nett mit Malereien gestaltet, und die Leute hier geben sich Mühe einen mit allen möglichen Tipps zu unterstützen.
Leider haben wir kein Internet hier, zum Glück gibt es das Café Melt direkt bei uns um die Ecke. Gutes Essen, kombiniert mit einem schnellen Internetzugang (leider nicht ganz billig) – was will man mehr…
Da Cairns als Stadt nicht so wahnsinnig viel zu bieten hat, außer ein paar Shopping Möglichkeiten, jeder Menge Fledermäuse in den Bäumen und einer öffentlichen Lagune in Gestalt eines Schwimmbeckens am Hafen, muss ein Auto her um die Gegend zu erkunden. Netterweise gibt es schon einige mehr oder weniger dubiose Händler ganz bei uns in der Nähe, so dass wir mit einer ersten Erkundungstour bei uns ein der Ecke gestartet sind. Gelandet sind wir schließlich bei „Travellers Autobarn“, dieser auf Backpacker und Traveller spezialisierte Händler bietet allen möglichen Ramsch und auch noch ein paar ganz nette Sachen. Krass: Hier werden beim Händler noch Autos verkauft, die schon über 400.000 und mehr Kilometer auf dem Buckel haben. Direkt ins Auge gefallen ist uns dann aber ein relativ neuer 2002 Ford Falcon Sedan, sieht ein bisschen aus wie eine FBI-Schleuder, fährt sich ganz wunderbar und hat einen wuchtigen 4 Liter Motor unter der Haube. Braucht natürlich auch ein bisschen an Sprit, der kostet hier allerdings nur die Hälfte wie in Deutschland.
Der Riesen-Vorteil eines Ford Falcon: Dieser wird in Australien produziert und ist eins der meist verkauften Autos hier, jeder kann ihn reparieren und es gibt überall Ersatzteile en masse. Selbst ein kompletter Motoraustausch, sollte dieser in die ewigen Jagdgründe eingehen, kostet nur max. 2000$.
Ohne lange zu fackeln haben wir also zugeschlagen und sind jetzt stolze Besitzer eines australischen Autos.
Damit macht es dann auch schon viel mehr Spaß das sonnige Cairns zu erkunden. Glücklicherweise funktioniert auch mein TomTom Navi hier, so dass wir hoffentlich ohne Probleme überall hin finden werden. Als erstes war der botanische Garten und der Rainforest Walk dran. Tropische Pflanzen wohin das Auge blickt, dichter Dschungel und Schilder bei den Salzwassermangroven, die auf mögliche Krokodilangriffe hinweisen. Spannend!
Großartig! Da wir so schnell ein tolles Auto gefunden haben, kann ich mir endlich einen Traum erfüllen und habe mich sofort für einen Kurs zum „Open Water Diver“ am Great Barrier Reef angemeldet. Wenn tauchen lernen, ist das wohl hier der beste Platz der Welt dafür! Zwei Tage mit Theorie und Training im Pool um die Ausrüstung kennen zu lernen, zwei weitere Tage im Open Water, also am Reef, sind die Vorraussetzungen um den Kurs zu absolvieren. Um noch ein bißchen mehr Erfahrung zu sammeln verbringe ich noch einen weiteren Tag am Reef und bleibe eine Nacht an Bord der Oceanquest. Die ersten beiden Tage sind total voll gepumpt mit Lerninhalten, ein 250 Seitenbuch wird in der kurzen Zeit komplett aufgesaugt. Dazu habe ich so nette Sachen, wie die komplette Ausrüstung unter Wasser abzulegen und wieder anzulegen gelernt, und alle erdenklichen Notfallsituationen durch gespielt.
Das Tollste kam dann natürlich am Great Barrier Reef. Um die 50km bis dorthin über das Meer zu überwinden, habe ich mich in ein Schnellboot gesetzt und bin auf der Fahrt ordentlich durchgeschaukelt worden. Der Horizont kippt dabei öfter auf über 45 Grad, oder verschwindet ganz aus dem Fenster – die Geschichte ist auch einigen Leute nicht sonderlich gut bekommen. War aber alles eingeplant, Kotztüten und Ingwertabletten gab es bis zum abwinken
Die Dinge, die ich schließlich unter Wasser gesehen habe lassen sich mit Worten eigentlich nicht beschreiben, ich will es aber trotzdem mal versuchen: Leuchtende Korallen, hunderte von Fischen im Sichtfeld, ein riesiger Ring von Papageien Fischen, die als Schwarm um mich Kreisen und ich selbst tauche schwerelos in diese Umgebung ein. Kleine Reef Sharks tauchen unter mir vorbei und jagen ihre Beute, verblüfft schwebe ich an einer 20m hohen Korallenwand entlang und bleibe staunend vor einer gigantischen Muschel stehen. In aller Ruhe schwimmt eine Riesenschildkröte hinter einem großen Felsen hervor und mustert mich, um kurz danach in einer Höhle zu verschwinden. Und das ist nur ein kleiner Teil der Dinge, die mir hier Unterwasser passiert sind. Waaaaahnsinn!!!
Auf jeden Fall bin ich nun PADI Certified Open Water Diver, darf bis auf 18 Meter tauchen und bin um eine geniale Erfahrung reicher.
Nächster Stop wird Port Douglas, noch weiter im Norden – mit einem Ausflug in einen besonders schönen Teil des Regenwalds in Cape Tribulation.

























